gapcharge – einfach kabellos und intelligent laden

„Warum gibt es eigentlich noch keine kabellosen Elektroautos?“ – fragten sich Gregor Szybisty, Stefan Sommer und Florian Knobbe vor zwei Jahren beim Essen in der Dönerbude um die Ecke.

Am Lehrstuhl für internationales Automobilmanagement am Duisburger Campus der Universität Duisburg-Essen arbeiteten die drei an dieser Idee, recherchierten, forschten und entwickelten ein kabelloses Ladesystem für elektrische Logistikfahrzeuge. Das Start-up gapcharge war somit geboren.

Kabelsalat in deutschen Logistikhallen

In großen Lagerhallen in der Logistik kommen dreirädrige elektrische Personenroller zum Einsatz. Diese werden mit einem Kabel aufgeladen. Darin haben die drei Gründer bei ihrer Tour durch deutsche Logistikhallen das Problem erkannt. Es hängen zu viele Kabel herum. Die Übersicht, welches Fahrzeug schon aufgeladen ist, fehlt, oder das Kabel ist am Roller angeschlossen, aber nicht an der Steckdose. Durch unvorsichtige Nutzung kommt es zu viel mehr Beschädigungen an Kabeln und Ladebuchsen.

Es gibt zwar Ladesysteme für elektrische Roller, da diese aber wesentlich teurer sind als das Fahrzeug selbst, scheuen viele Logistiker deren Anschaffung. Das Ladesysteme des Duisburger Start-ups gapcharge ist deutlich kostengünstiger als die von der Konkurrenz.


Warum gibt es eigentlich noch keine kabellosen Elektroautos?

fragten sich Gregor Szybisty, Stefan Sommer und Florian Knobbe vor zwei Jahren beim Essen in der Dönerbude um die Ecke.

Batterieausfälle dank des Flottenmanagements vorhersehen

Zusätzlich bieten sie zu ihren Systemen einen Flottenmanager an. Diese Software zeigt für unterschiedliche Batterietypen an, wann die optimale Ladekapazität erreicht ist. Dadurch kann die Batterielebensdauer um 40 Prozent verlängert werden. Der Nutzer kann mit Hilfe der Software auch sehen, wann die Lebensdauer der Batterie verbraucht sein wird und kann schon vorher einen neuen Akku bestellen. Das erhöht die Fahrzeugverfügbarkeit und senkt die Logistikkosten.

„Die Technik des kabellosen, also induktiven Ladens, gibt es schon seit mehr als 100 Jahren“, erklärt Florian Knobbe. Die meisten kennen es von ihrer elektrischen Zahnbürste, die zum Aufladen des Akkus auf eine Ladestation gestellt wird. Das gleiche Prinzip wenden die gapcharge-Gründer auch bei den Logistikfahrzeugen an. Der Roller wird rückwärts in eine Ladeplatte geparkt und schon beginnt die Stromübertragung in den Akku.

Seit Januar 2020 ist gapcharge im Förderprogramm von Startport, der Innovationsschmiede der Hafengesellschaft duisport. Vor einigen Wochen haben sie auch den „Digital Logistics Awards 2020“ mit einem Preisgeld von 15.000 Euro gewonnen. „Das motiviert uns natürlich ungemein“, sagt Florian Knobbe. Nun plant das junge Gründerteam, ihre Ladesysteme Mitte des nächsten Jahres am Markt zu verkaufen.